Das Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“ von Dr. Sarah Kass, Lars Hesse und Thomas Auerswald erzählt von jüdischen Kindern im Konzentrationslager Theresienstadt. In einer Musik- und Theater-AG haben Schüler und Schülerinnen das Stück ein Schuljahr lang geprobt und in Form einer “Werkstattaufführung” auf die Bühne gebracht.

“Alles nur ein Kinderspiel?”, so fragen die Sängerinnen und Sänger im ersten Lied des Musikdramas, während sie dazu Ringelreigen tanzen.

Basierend auf wahren Ereignissen zeigt das Stück die letzten Tage des Komponisten Hans Krása, der 1942 nach Theresienstadt gebracht wurde, um dort seine Kinderoper „Brundibár“ mit den gefangenen Kindern einzustudieren und aufzuführen. Die Nationalsozialisten inszenierten gerne kulturelle Ereignisse, um ausländischen Beobachtern eine falsche positive Darstellung des Lebens in Theresienstadt zu vermitteln. Dies diente auch der Erstellung eines Propagandafilms, der ein “angenehmes Leben” im Lager zeigte – einschließlich der Aufführung der Kinderoper. Nach den Aufnahmen wurden fast alle Beteiligten ermordet: die Kinder, der Komponist und der Spielleiter des Films.

Die Schüler und Schülerinnen der Musik- und Theater-AG haben sich über Monate mit dem Stück und dessen geschichtlichen Hintergrund auseinandergesetzt. Sie studierten die Musikstücke und einzelne Szenen ein. Dabei wurden sie von einer Schülerband begleitet. Die Leitung der AG hatten der ehemalige Musiklehrer P. Krudup sowie die ehemaligen Lehrerin U. Fichtl. Beide haben während ihrer aktiven Zeit an unserer Schule mehrfach Musicals mit Schülerinnen und Schülern einstudiert und aufgeführt. Unterstützt wurden die beiden ehemaligen Lehrkräfte von Schulsozialarbeiterin G. Ebeling.

Die Werkstattaufführungen wurde für die 8. und 9. Klassen aufgeführt. Die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte waren im Anschluss an die Aufführungen beeindruckt über die Geschichte des Stückes sowie über die Leistung der Schüler und Schülerinnen auf der Bühne. Schulleiter J. Franke betonte im Anschluss: “Es ist wichtig, dass wir uns als Schule mit dem, was vor über 80 Jahren in den Konzentrationslagern geschehen ist, auseinandersetzen. Zum einen, um an die Opfer von damals zu erinnern und zum anderen, weil auch heute an vielen Orten der Welt Menschen – und auch Kindern – unschuldig leiden.”

Text: G. Ebeling/ Fotos: M.F. Nacar